Samstag, 27. Oktober 2012

Cast H&H

Cast H&H aus der Hanayama Serie ist ein weiteres Meisterstück des holländischen Puzzle Designers Oskar van Deventer. Es erschien im Juli 2010 und hat den Schwierigkeitsgrad 5 (schwer). Von vielen wird es als eines der optisch schönsten Metallpuzzles angesehen. Außerdem liegt es sehr gut in der Hand. Das liegt zum einen an der schweren, massiven Qualität, zum anderen an den sanft gerundeten Formen. Hat man erst einmal angefangen damit zu spielen, fällt es schwer, wieder aufzuhören.  Es ist vielleicht das Metallpuzzle mit dem höchsten Suchtfaktor.

Cast H&H besteht, wie der Name bereits andeutet, aus zwei H-förmigen Metallkomponenten, die zu einem kompakten, kleinen Kunstwerk zusammengesteckt sind. Ziel ist es, diese beide Teile zu trennen. Das Prinzip ist ähnlich wie bei Cast Keyring. Durch Dreh- und Schiebebewegungen lassen sich die beiden Hs in neue Konstellationen überführen.  Es ist es fast unmöglich, die Zugfolge im Kopf zu behalten, da die beiden Teile kaum zu unterscheiden sind. Häufig dreht man sich im Kreis oder bewegt sich rückwärts. Da die Sequenz von Zügen bis zur Trennung der Hs recht groß ist, dauert es normalerweise lange, bis die Lösung gefunden ist (man kann  natürlich auch Glück haben und auf Anhieb den richtigen Weg finden). Gabriel Fernandez schreibt in seinem Blog, dass er 26 Züge benötigt hat, es aber mehrere Lösungswege gibt. Ich habe beim erstmaligen Versuch etwa vier Stunden gebraucht, verteilt über drei Tage (andere waren wie üblich wesentlich schneller). Heute schaffe ich es manchmal in zehn bis zwanzig Minuten. Warum es jetzt so viel schneller geht, kann ich mir nicht erklären. Man kann sich die Zugfolge wie gesagt nicht einprägen und muss jedes Mal wieder bei Null anfangen. Die umgekehrte Richtung, also aus den beiden separierten Hs wieder die Ausgangskonstellation zu erreichen, ist übrigens genau so schwierig, da die Zugfolge in exakt der umgekehrten Reihenfolge durchlaufen werden muss. Cast H&H ist auch für Einsteiger geeignet. Man sollte sich vom Schwierigkeitsgrad 5 nicht abschrecken lassen. Angemessener wären 3 oder 4.


Gibt es eine Lösungsstrategie? Im Prinzip ja. Durch jede Schiebe- oder Drehoperation wird Cast H&H in einen anderen, eindeutig definierbaren Zustand übergeführt. Die einzelnen Zustände und Übergänge kann man in eine Tabelle eintragen. All das macht aber etwas Mühe, da die Teile nahezu symmetrisch sind. Ich halte es für den besseren Ansatz,  unbeschwert drauflos zu puzzeln. Die Anzahl der Zugmöglichkeiten ist schließlich nicht all zu groß.

Was mich immer wieder an Zweikomponentenpuzzles fasziniert, ist, dass sich die im Grunde genommen sehr einfach geformten Teile derartig schwer voneinander trennen lassen. Bei nur zwei Komponenten sollte die Zahl möglicher Kombinationen doch sehr begrenzt und der Lösungsweg entsprechend kurz sein.  Am Verblüffendsten in dieser Beziehung ist übrigens das Cast Elk Puzzle, auf das ich einem späteren Post eingehen werde.
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