Schon als Kind hatte ich mich für Labyrinthe begeistert. Gb es etwas
Aufregenderes, als sich den Weg durch einen Irrgarten zu bahnen? Um so
erfreuter war ich, dass Hanayama auch ein Labyrinth in Form eines
Metallpuzzles im Angebot hat. Nur der Schwierigkeitsgrad von 5 (sehr
schwer) hatte mich anfangs noch abgeschreckt.
Anders als die
meisten anderen Hanayama Metallpuzzles wirkt
Cast Laby eher unscheinbar.
Sicherlich nichts für die Wohnzimmervitrine. Auf einer kleinen, runden,
gusseisernen Scheibe sind auf beiden Seiten Labyrinthe aufgebracht, die
von einem Metallbügel umfasst werden. Die auf beiden Seiten des Bügels
hervorstehenden Pins lassen sich durch die Rillen der Scheibe bewegen -
wenn auch nicht immer in die gewünschte Richtung. Das Tückische ist,
dass auf beiden Seiten unterschiedliche Muster aufgebracht sind.
Lässt sich der Bügel etwa auf dem oberen problemlos weiterschieben,
bleibt man möglicherweise auf dem unteren in einer Sackgasse hängen.
Ziel ist es, aus dem Innenbereich nach außen zu gelangen, um so die
beiden Metallteile zu trennen.

Nach dem Auspacken konnte ich
sofort loslegen. Irgendwelche Überlegungen zu einer geeigneten
Strategie waren nicht erforderlich. Die erste kleinere Schwierigkeit
bestand darin, dass es auf jeder Seite der Scheibe drei Eingangsöffnungen
gab. Gab es nur eine einzige erfolgversprechende Kombination? Oder
mehrere? Ich fand bald heraus, dass es offenbar mehrere gab, da ich durch einen anderen Eingang wieder herausrutsche, als ich ich ursprünglich hereingekommen war. Das Weiterbewegen des Metallbügels
erwies sich als ausgesprochen mühsam. Durch Schiebeoperationen kam man
nur dann vorwärts, wenn auf beiden Seiten freie Bahn war. Die Pins waren
leicht versetzt angebracht, so dass in bestimmten Situationen eine
Drehbewegung möglich war. Damit konnte man auf einer Seite die Position
beibehalten und sich gleichzeitig auf der anderen Seite ein kurzes
Stück in anderer Richtung weiterbewegen.
Langsam ging es
vorwärts. Ich konzentrierte mich meist nur auf das obere der beiden
Labyrinthe und drehte die Scheibe nur dann kurz um, wenn es nicht mehr
weiter ging. Im Grunde genommen gab es nur am Außenrand eine Stelle,
die mir etwas schwierig erschien. Nach ein paar Stunden war es
geschafft. Der Rückweg war dann natürlich deutlich einfacher. Insgesamt
war die Lösung einfacher, als ursprünglich angenommen. Meiner Meinung
ist der Schwierigkeitsgrad eher 3 oder 4 und nicht wie der von Hanayama
angegebene 5.
Ich glaube, man kann hier von einer optimalen Kombination
zwischen Spielspaß und Herausforderung sprechen. Langweile oder
Frustration kamen nie auf, da es immer wieder kleine Fortschritte gab.
Da man sich den Lösungsweg unmöglich im Detail einprägen kann, ist Cast Laby
auch nach dem erstmaligen Lösen nicht "verbraucht", wie das bei anderen
Geduldspielen manchmal der Fall ist. Beim Labyrinth sind eher Geduld und
Hartnäckigkeit gefragt. Alles in allem gehört Cast Laby zu den
Metallpuzzles mit dem höchsten Spielwert. Die zu Grunde liegende Idee
ist genial. Das ursprüngliche Design stammt übrigens aus dem England des
19. Jahrhunderts und wurde von Hanayama nur geringfügig verändert.

Wer
sich das Puzzlen nicht unnötig erschweren möchte, sollte ein paar
Dinge beachten. Zuerst sollte man festlegen (und sich einprägen), welche
Seite der Scheibe unten und welche oben ist. Es sollte auch zu jedem
Zeitpunkt klar sein, wo sich der vordere und wo sich der hintere Pin des
Metallbügels befindet. Andernfalls kommt man leicht durcheinander. Hat
man das Labyrinth schließlich bezwungen, ist es ratsam, sich den
Ausgang sowie die Ausrichtung von Scheibe und Bügel einzuprägen (es sei
denn, man möchte die Herausforderung für den Rückweg und damit den
Spielspass erhöhen).
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