Es gibt Hanayama Puzzles, die unlösbar scheinen. Ein Beispiel hierfür ist
Cast Equa, das fast zehn Monate lang all meinen Bemühungen
widerstand. Fast täglich nahm ich es für ein paar Minuten in die Hand
und suchte verbissen nach einem Weg, es aufzutrennen. Dann,
völlig unvermutet, während im Fernsehen das Pokal Halbfinale zwischen Stuttgart und
Freiburg lief, kam der Durchbruch. Ich schaffte es, einen der Ringe vom Steg zu
lösen. Der Rest war dann eine Sache von Minuten.
Cast Equa besteht aus einem Tetraeder-förmigen Hauptteil, dessen
flache, stegförmige Kanten leicht gebogen sind. Im Inneren befinden sich
zwei mit einem Schlitz versehene Ringe, die ineinandergeschoben sind. Kleine Stifte an den Stirnseiten der Ringe erschweren die
Bewegungen innerhalb des Tetraeders.
Mit etwas Mühe gelang es mir nach einer Weile, die beiden
Ringe auseinanderzubekommen. Dazu mussten ihre Schlitze über die Stege
geschoben werden. Das schaffte zwar Platz, behinderte aber im Folgenden
weitere Züge, da die Ringe die Stege umklammerten und damit fixiert
waren. Das Ganze war so tückisch konstruiert, dass immer mindestens ein
Ring mit einem Steg verbunden war. Sinnvolle Zugfolgen waren so kaum
möglich. Auf Grund der Symmetrie des Tetraeders, war es auch wenig
erfolgversprechend, die Ringe von einem Dreieck ins andere zu bewegen.
Dort fand man ja die exakt gleiche Situation vor. Ich versuchte es
trotzdem - ohne dass sich etwas geändert hätte.
Nach endlos langem Probieren fand ich den
entscheidenden Zug: Beide Ringe umklammerten nahe einem Eckpunkt des
Tetraeders einen Steg und sich außerdem gegenseitig. Aus der Entfernung
betrachtet sah das wie ein Knoten aus. Diese Konstellation hatte ich
vorher schon hunderte Male erreicht. Jetzt schaffte ich es aber, einen
der Ringe um 180 Grad zu drehen. Und plötzlich ließ sich dessen Schlitz
vom Steg befreien.

Ein unglaubliches Erfolgserlebnis! Im Nachhinein sah das alles gar nicht
einmal so kompliziert aus. Wer gleich den richtigen Weg einschlägt,
sollte das Puzzle recht schnell lösen können. Das ist vielleicht auch der
Grund, warum Cast Equa nur den zweithöchsten Schwierigkeitsgrad von fünf hat. Sechs wäre hier meiner Meinung nach angemessener. Das
Problem mit diesem Puzzle ist, dass die einzelnen Komponenten kaum
gegeneinader zu bewegen sind. Besonders die beiden Stifte stören. Außerdem sind die beiden Ringe nicht ganz identisch. Auf dem
einen ist zusätzlich ein kleiner Steg angebracht. Alles in allem ein
Meisterwerk. Wie viele andere Metallpuzzels der Hanayama Serie wurde es
von
Oskar von Deventer erdacht.
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