Montag, 16. Mai 2016

Tavern Puzzle Painted Lady

Vor einiger Zeit bin ich auf eine vielversprechende Geduldspiel-Serie aufmerksam geworden: Tavern Puzzles. Die Serie besteht aus handgeschmiedeten Drahtobjekten, die historischen Vorbildern nachempfunden sind.


In Deutschland sind Tavern Puzzles nur schwer erhältlich. Lediglich der Versender toys-for-all bietet mit Painted Lady ein einzelnes Objekt der Serie an, das zudem nur einen niedrigen Schwierigkeitsgrad aufweist. Bereits zwei Tage nach meiner Bestellung hielt ich das rustikale Gebilde in Händen. Das war rekordverdächtig. Aufgabe war, den mittleren Ring zu entfernen. Painted Lady kann man zu den Draht Puzzles rechnen, und die neigen manchmal zu Verknotungen. Deshalb war es zunächst nicht ganz einfach, das Gewirr zu durchschauen. Am Ende reichten dann aber zwei einfache Handbewegungen aus.

Größenvergleich mit Streichholzschachtel
Das war keine wirkliche Herausforderung, und auch das Zusammenfügen bereitete keine Probleme. Painted Lady hat schließlich nur den Schwierigkeitdsgrad eins (von vier). Die Handhabung ist auf Grund der Größe der Teile gewöhnungsbedürftig. Die meisten Puzzles der Serie bestehen aus massiven Drähten quadratischen Querschnitts, die über Ringe oder kurze Ketten miteinander verbunden sind.  Für ein entspanntes Puzzeln vor dem Fernseher sind sie wohl weniger geeignet - eher als Icebreaker auf Grillparties oder als dekorativer Wandschmuck in Kellerbars. Wer eine gediegene Qualität zu schätzen weiß, ist mit den handgefertigten Stücken sicherlich gut bedient.

Vor kurzem fand ich noch eine weitere einheimische Bezugsquelle - lustigerweise ein Whisky-Versender. Home of Malts hat eine Reihe von Tavern Puzzles unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade zu Preisen um die 20 Euro im Angebot. Vielleicht versuche ich mich demnächst einmal an einem anspruchsvolleren Exemplar (hier ein Beispiel: Yankee Ingenuity ). Lösungen liegen übrigens nicht bei, können aber per Mail vom Hersteller Tucker-Jones House kostenfrei angefordert werden. 

Sonntag, 1. Mai 2016

Aluminium Burr

Manchmal hängt es von der angewendeten  Strategie ab, ob man ein Geduldspiel schnell, langsam oder auch gar nicht lösen kann. Ein Beispiel hierfür ist das Metallpuzzle Aluminium Burr, das von Wil Strijbos gefertigt wurde.

Die freundliche Verkäuferin von Mallorca Puzzles hatte mir nachdrücklich empfohlen, das Auseinandernehmen mit einer Videokamera aufzuzeichnen. Andernfalls würde ich es nicht mehr zusammenbekommen. Natürlich ignorierte ich als erfahrener Puzzler diesen Hinweis. Das massive Aluminiumobjekt bestand schließlich nur aus sechs Komponenten. Außerdem hatte ich Urlaub und somit jede Menge Zeit.

Zunächst bewunderte ich die sorgfältige Verarbeitung und das fast spielfreie Gleiten der hochpräzise gefertigten Teile. Das Auseinandernehmen war einfach und dauerte nur ein paar Minuten.  Nach zehn Zügen konnte das erste Element entfernt werden, nach weiteren drei Zügen das nächste. Der Rest fiel dann fast von selbst auseinander. Anschließend ging es an das Zusammensetzen.  Doch schnell  wurde mir die Unmöglichkeit meiner Aufgabe bewusst. Die Zahl der zu untersuchenden Varianten war unüberschaubar. Pro Teil gab es entweder zwei oder vier Ausrichtungen. Außerdem genügte  ein einfaches Zusammenstecken nicht. Bereits eingefügte Teile mussten immer wieder verschoben werden, um das Anfügen der letzten beiden Stücke zu ermöglichen. Nach einigen Tagen angestrengter Arbeit gab ich auf.  Was tun? Im Internet fand ich keine verwertbare Lösung. Ohne all zu große Hoffnung durchstöberte ich die einschlägigen Blogs. Vielleicht fand sich ja dort ein Hinweis.  Und ich hatte Glück. Verschiedene Blogger erwähnten, dass Aluminium Burr eine Adaption des aus Holz gefertigten Piston Puzzles ist. Und für das gab es ein Youtube Video, das zumindest das Auseinandernehmen zeigte. Der Rest war dann Routine. Ich folgte dem Video Schritt für Schritt rückwärts und konnte so nach ca. 30 Minuten das Aluminium Burr wieder in seinen Ausgangszustand versetzen.


Der Schwierigkeitsgrad ist damit entweder unmöglich - falls man ohne nachzudenken loslegt - oder einfach - falls man beim Auseinandernehmen jeden Schritt dokumentiert. Beide Varianten sind wohl nicht sonderlich sinnvoll. Eine geeignete Strategie könnte folgendermaßen aussehen:  Man entfernt das erste Teil und legt es ganz nach links, dann das zweite rechts daneben, das dritte rechts neben das zweite usw. Damit hat man zumindest die korrekte Reihenfolge festgehalten. Wer will, kann sich noch die Positionen der letzten zwei oder drei Teile merken. Damit sollte das Puzzle in vertretbarer Zeit lösbar sein. Ich betrachte diese Vorgehensweise nicht als unzulässig, da man ja keine externen Hilfsmittel  verwendet.

Aluminium Burr gehört zu einer Geduldspiel Kategorie, die im Englischen als Burr oder 6-Piece-Burr  bezeichnet wird. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Holzpuzzles, so dass ich hier bisher keine Erfahrung sammeln konnte. Interessant aus meiner Sicht ist, dass Burrs mathematischen Analysen und Algorithmen zugänglich sind.  Ein systematische Vorgehen ist also sehr wohl möglich. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich vermutlich zu früh aufgegeben hatte.

Sonntag, 24. April 2016

Cast Keyhole

Manchmal bin ich derartig mit anderen Dingen beschäftigt, dass für das Schreiben von Blogeinträgen keine Zeit bleibt. Dass mir aber ausgerechnet ein Geduldspiel alle Zeit und Energie raubt, ist neu. Geschafft hat das Popplock T10, die neueste Kreation von Rainer Popp. Seit Monaten quäle ich mich mit dem sündhaft teuren Trickschloss ab, ohne irgendwelche Fortschritte zu erzielen. Absolut frustrierend und demotivierend. Deshalb heute eine Rezension zu einem sehr viel einfacheren Objekt aus der Hanayama Serie, Cast Keyhole. 


Nach dem Auspacken hielt ich zwei kleine, ineinandersteckende Zinkgussteile in der Hand, die massiv und stabil wirkten. Mit etwas Phantasie könnte man sie sich als die Umrandung zweier Schlüssellöcher vorstellen. Die Aufgabenstellung - die Trennung der beiden gold- und silberfarbenen Teile mittels Schiebe- und Drehbewegungen - war spontan ersichtlich und so konnte ich ohne größere Vorüberlegungen loslegen. Wie erwartet was es nicht ganz einfach. Ich hatte es schon mit Dutzenden ähnlicher Puzzles zu tun gehabt und wusste, dass der direkte Weg mit Sicherheit nicht zum Ziel führen würde. Nach ein paar Minuten entspannten Herumspielens hatte ich es dann doch geschafft. Die Teile waren auseinander. Das anschließende Zusammenbauen erwies sich als schwieriger. Eine Zeitlang bewegte ich mich im Kreis. Es dauerte ein paar Minuten, bis ich mehr aus Zufall den richtigen Dreh gefunden hatte.


Cast Keyhole (deutsch: Schlüsselloch) wurde vom Finnen Vesa Timonen erdacht, von dem auch weitere Hanayama Objekte stammen. Obwohl es keinesfalls originell ist, hat das Puzzeln doch Spaß gemacht. Es ist gut handhabbar und hat den von mir bevorzugten Schwierigkeitsgrad vier (mittelschwer), der ein entspanntes Spielen vor dem Fernseher ermöglicht.

eigene Bewertung





Montag, 8. Februar 2016

Houdini Lock And Key

Das Angebot von Geduldspielen in deutschen Online-Shops ist leider recht begrenzt. Meist findet man nur Klassiker wie Rubik's Cube, einfache Holz- und Nagelexemplare oder Hanayama Puzzles. Mit etwas Glück kann man aber auch bei Amazon fündig werden. Dort erstand ich kürzlich  ein Trickschloss aus der Houdini Serie.


Der erste Eindruck war positiv: Eine ausgesprochen stabil wirkende Verpackung, und das Gewicht deutete auf ein massives Objekt  hin. Nach dem Auspacken war ich allerdings weniger begeistert. Das Schloss war zerschrammt und machte einen minderwertigen Eindruck. Ein Massenprodukt aus Indien. Es hatte gerade einmal 15 Euros gekostet, aber ich hätte für eine bessere Qualität gerne mehr bezahlt.

Sofort fällt ein drehbares Rädchen aus Messing ins Auge, das sich über dem Schlüsselloch befindet und auf dem Ziffern aufgebracht sind. Zwei identische Schlüssel sind beigefügt. Auf der Rückseite befindet sich ein kleines Loch, das keine ersichtliche Funktion zu haben scheint.  Also könnte dieses Loch Bestandteil eines Tricks sein.  Erfahrungsgemäß sind derartige Beobachtungen zum Finden der Lösung oft wertvoll. Dieses Mal half mir das allerdings nicht weiter. 

Wie so oft bei Trickschlössern gab es nur wenig Angriffspunkte. Ein Schlüsselloch, zwei Schlüssel, das kleine Rädchen und das verdächtige Loch auf der Rückseite. Die Schlüssel passten zwar ins Loch, ließen sich aber nicht drehen. Warum gibt es überhaupt zwei Schlüssel? In das kleine Loch auf der Rückseite passte jedenfalls keiner hinein. Die offensichtlichen Züge und Kombinationen hatte ich schnell durchprobiert. Ohne Erfolg. Immer wieder machte ich Pausen. Irgendwann kam ich dann doch auf den Trick, der zugegebenermaßen originell war.


Jetzt ärgerte mich aufs Neue. Ein schöner Trick, aber eine so schlechte Ausführung. Wirklich schade! Da tröstete auch der günstige Preis nur wenig. Ob ich mir die drei anderen Schlösser der Houdini Serie besorgen werde, ist mehr als zweifelhaft. Zum Glück bin ich kein Sammler, der Vollständigkeit anstrebt.

Amazon Bewertung
eigene Bewertung




Donnerstag, 7. Januar 2016

Aluminium Cylinder

Theoretisch sollte man auch sehr schwierige Geduldspiele in kürzester Zeit lösen können. Nämlich dann, wenn man auf Anhieb die richtige Zugfolge trifft. Genau das ist mir beim Metallpuzzle Aluminium Cylinder passiert, das der Holländer Wil Strijbos erdacht hat.


Das schwere, zylinderförmige Objekt lag wunderbar in der Hand. Zwischen Hauptkörper und Deckel klaffte ein millimetergroßer Spalt. In der Unterseite befand sich ein kleines Loch, durch das ich ins Innere blicken konnte - allerdings ohne irgendetwas Verwertbares zu erkennen. Der Deckel, auf dessen Rand ein kleiner Pfeil eingraviert war, ließ sich mit leichtem Widerstand drehen. Drückte man ihn nieder und schüttelte das Objekt, war ein Klappern zu vernehmen, das von mehreren kleinen Teilen im Inneren stammen musste.

Wie üblich bei Neuerwerbungen spielte ich eine Weile zwangslos herum. All zu viele Bewegungsmöglichkeiten gab es nicht. Drehen, niederdrücken, schütteln. Einmal tauchte im Loch unten eine kleine Kugel auf, die kurz darauf wieder verschwunden war. Abgesehen davon waren keinerlei Fortschritte erkennbar. Ich sah auch keine erfolgversprechenden Angriffspunkte. Wie oft in solchen Fällen durchsuchte ich die einschlägigen Blogs nach Hinweisen. Die fand ich auch reichlich, allerdings anders, als ich mir das vorgestellt hatte. Praktisch alle Experten hatten zum Öffnen des Zylinders etliche Stunden benötigt und berichteten außerdem von anderen, die auch nach Wochen und Monaten keine Fortschritte gemacht hatten. Das verhieß nichts Gutes. So beschloss ich notgedrungen, die Sache systematisch anzugehen.

Mein Plan war, den Deckel schrittweise zu drehen und in jeder Position genau definierte Kippbewegungen durchzuführen. Nach einer vollen Umdrehung würde ich mit anderen Kipp-, Wackel- oder Taumelbewegungen in die nächste Runde gehen. Das sollte nicht all zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Ich wählte für den Deckel anhand des eingravierten Pfeiles eine Anfangsposition und legte los. Fast augenblicklich erschien wieder die kleine Kugel im unteren Loch. War ich auf dem richtigen Weg? Nach zwei drei weiteren Kipp- und Schüttelbewegungen  änderten sich die aus dem Inneren stammenden Geräusche deutlich. Irgendetwas hatte sich da getan. Behutsam drehte ich den Deckel und schon öffnete sich der Zylinder und fünf kleine Stahlkugeln rollten heraus.

Oops, das ging schnell. 60 Sekunden? oder 90? Wenn man das anfängliche Herumspielen mitrechnet, hatte ich etwa 10 bis 20 Minuten gebraucht.  Jetzt war der interne Mechanismus uneingeschränkt sichtbar. Einfach und genial. Die Herstellung dürfte nicht all zu schwierig gewesen sein. Mit einer Drehbank sind fast alle Schritte problemlos zu bewältigen. Dann zwei Bohrungen und das Gravieren des kleinen Pfeiles - fertig. Wie ich verschiedenen Internet-Fotos entnehmen konnte, unterscheidet sich meine Version  geringfügig von der vergangener Jahre. Die Gravur ist anders, und es sind fünf anstatt vier Kugel vorhanden. Aluminium Cylinder ist mein mittlerweile fünftes Wil Strijbos Objekt und sicherlich das beste. Ich hatte es im November bei Sloyd für 80 Euros erstanden. Dort ist es  allerdings zur Zeit ausverkauft. Hoffentlich wird irgendwann eine neue Serie aufgelegt. 



Freitag, 1. Januar 2016

Cast Hexagon

Das wohl mit Abstand schwierigste Puzzle der Hanayama Serie - Cast Quartet - wurde vom Japaner Mineyuki Uyematsu erdacht. Von dem stammt auch die neueste Kreation, Cast Hexagon, die allerdings nur einen Schwierigkeitsgrad von vier (mittelschwer) hat.


Cast Hexagon besteht aus einem kleinen Metallrahmen, der drei verschiebbare Komponenten umfasst. Ziel ist, diese drei Teile so lange zu bewegen, bis sie aus dem Rahmen entfernt werden können. Eine erfolgversprechende Strategie war nicht auf Anhieb ersichtlich und so legte ich los, ohne mich in all zu tiefsinnigen Überlegungen zu verlieren. Wie erwartet (und erhofft) ging es nur langsam voran. Die Bewegungsmöglichkeiten waren recht stark eingeschränkt. Die Teile sind nicht identisch und der Rahmen im Inneren nicht symmetrisch. Nach vielleicht 20 Minuten hatte ich alles auseinander. Das anschließende Zusammensetzen erwies sich dann als sehr viel schwieriger. Die drei Innenteile mussten in der richtigen Reihenfolge eingebracht werden. Die hatte ich mir natürlich nicht gemerkt, und so benötigte ich mehrere Ansätze, bis ich alles wieder zusammen hatte.

Das hat wirklich Spaß gemacht. Der Schwierigkeitssgrad entspricht wohl in etwa meinen Fähigkeiten. Nicht zu leicht, nicht zu schwer. Außerdem lag das Puzzle gut in der Hand, und die Innenteile ließen sich halbwegs verkantungsfrei bewegen. Die etwas blecherne Haptik ist konstruktionsbedingt. Vielleicht hätte man alles etwas dicker und massiver gestalten können.

 
Am Ende gab es dann doch noch eine Überraschung. Mir war aufgefallen, dass der Rahmen nach dem Puzzeln etwas zerkratzt und angestoßen war.  Das sollte es bei Zinkguss eigentlich nicht geben. Also hielt ich einen Magneten an die einzelnen Teile. Und tatsächlich, alle waren magnetisch. Beim Rahmen handelt es ich um grau lackiertes Stahlblech. Die Innenteile sind aus dem gleichen Material und zudem noch vernietet. Warum eigentlich? Nahezu alle anderen Hanayama Puzzles bestehen  aus Zinkguss und sind nicht verschraubt, geklebt oder vernietet.

Amazon Bewertung
eigene Bewertung







Donnerstag, 17. Dezember 2015

DanLock B

Das DanLock ist aus einem handelsüblichen Sicherheitsschloss gefertigt, dessen Inneres modifiziert wurde. Erwähnenswert ist, dass das Öffnen einfach, das Schließen dagegen schwer ist. Damit sind natürlich Sinn und Zweck eines Schlosses ins genaue Gegenteil verkehrt. Aber als Puzzler hat man ja Humor.


Ein eigenartiges Ensemble lag da vor mir: Ein unspektakulär ausschauendes Vorhängeschloss, dessen Bügel durch einen der Schlüssel führte, der andere in zwei Teile zerbrochen. Die Aufgabe ist, den gefangenen Schlüssel zu befreien und anschließend alles wieder in den Ausgangszustand zu versetzen. Zunächst betrachtete ich mir alles eingehend. Interessant, die Schlüssel unterschieden sich in der Höhe ihrer Zacken um mehr als einen Millimeter. Das konnte keine Schlamperei sein. Offenbar wurden die internen Stifte des Schlosses verändert. Vermutlich würde man den Schließzylinder deshalb auf irgendeine Art und Weise auch ohne Schlüssel drehen können.

Das Öffnen war wie erwartet einfach und dauerte nur eine Minute. Wieder fiel mir einiges auf. So war offensichtlich ein längeres Stück vom Bügel weggefräst. Wohl nicht, um Gewicht zu sparen.  Jedenfalls hatte ich genügend Hinweise, um den zweiten Schritt in kurzer Zeit zu bewältigen. Das Schloss war geöffnet, und alle Komponenten lagen vor mir. Jetzt musste ich nur noch alles zusammensetzen. 

Obwohl mir in etwa klar war, wie der interne Mechanismus funktionieren müsste, kam ich von diesem Moment an nicht mehr weiter. Ich stocherte, drückte, hebelte, wackelte und klopfte. Nichts half. Es gab einfach zu wenig Angriffspunkte. Bald hatte ich keine Ideen mehr. Alle möglichen und unmöglichen Züge und Bewegungen waren in allen vorstellbaren Varianten ausprobiert. Ohne jeden Fortschritt. Drehte man den Schließzylinder mit dem intakten Schlüssel, ließ sich der danach nicht mehr abziehen (und somit nicht mehr am Bügel befestigen). Nahm man den Zerbrochenen, so konnte der Intakte zwar am Bügel befestigt werden, dafür steckte der andere unerreichbar tief im Schlüsselloch.

Nach genau einer Woche - ich stand kurz vor der Aufgabe - fand ich dann eher aus Versehen den entscheidenden Zug. Der war geradezu lächerlich einfach. Wie konnte mir so etwas entgehen?  Dabei waren meine Vorüberlegungen doch absolut richtig gewesen. Unfassbar! Danach ging es schnell. Es war noch ein weiterer Handgriff erforderlich, und Schloss und Schlüssel befanden sich wieder im Ausgangszustand.

Anfangs- und Endzustand

Entwickelt wurde DanLock Mitte der 1990er Jahre vom Israeli Dan Feldman. Laut Sven Baeck von Mallorca Puzzles wurde es später von seinem Sohn mit einem zusätzlichen Trick ausgestattet. Die beiden Versionen werden als DanLock A und DanLock B bezeichnet. Dan Feldman hat sich mittlerweile aus gesundheitlichen Gründen aus dem Geschäft zurückgezogen. Ob sein Sohn es weiterführen wird, ist nicht sicher. Zur Zeit sind deshalb keine DanLocks im Handel erhältlich.

Da ich mich ausgesprochen ungeschickt angestellt hatte, fällt es nicht ganz leicht, eine Bewertung abzugeben. Normalerweise hätte ich das Puzzle in weniger als einer Stunde lösen müssen. Andere haben das geschafft. Positiv ist auf jeden Fall die außergewöhnliche Originalität. Die Fertigungsqualität reicht allerdings  bei weitem nicht an die der Popplocks heran, die aber deutlich teurer sind.