Von meiner Faszination für Labyrinthe hatte ich ja bereits vor einigen Jahren berichtet. Endlich gibt es auf diesem Gebiet etwas Neues: Cast Mobius vom holländischen Geduldspielentwickler
Oskar van Deventer. Genau wie beim
Vorläufer
Cast Laby handelt es dabei sich um ein beidseitig
mit einfachen Labyrinthen versehenes Metallpuzzle aus der Hanayama
Serie. Allerdings ist bei dieser Neuentwicklung der flache Ring zu einem
sogenannten Möbiusband verdrillt.
Das Puzzle war von solider Qualität und zugleich leichtgängig. Wie erwartet erwies sich das Lösen - das Entfernen der
kleinen geschlitzten Scheibe - als einfach. Ein paar Minuten
gedankenverlorenen Herumspielens reichten völlig aus. Auch der Rückweg, also das
Wiederzusammenfügen, war ähnlich unproblematisch. Als sehr viel schwieriger stellte sich dagegen das systematische Ermitteln und Einprägen des Lösungsweges heraus.
Mathematiker bezeichnen das Möbiusband als "nichtorientierbare
Fläche". Laien dagegen bevorzugen die etwas
rätselhafte Definition: "Fläche mit nur einer Seite und nur einem
Rand".
Ein
Pfeil (oder
wie hier eine Scheibe mit einem Schlitz), der entlang eines
Möbiusbandes bewegt wird, ändert nach einer vollständigen Umdrehung seine
Orientierung. Zeigt er beispielsweise zunächst nach außen, so weist er
anschließend nach innen. Und genau dieses Verhalten erschwert bei
Cast Mobius ein
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| der Schlitz weist anfangs nach links |
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| nach einer vollen Umdrehung nach rechts |
systematisches Vorgehen. Mal vertauschen sich links und
rechts, dann oben und unten oder vorne und hinten. Und schon hat man die
Orientierung verloren. Mit meinem bekannt schwachen Kurzzeitgedächnis brauchte
ich jedenfalls ausgesprochen lange, bis ich
die Sache im Griff hatte. Hier hat sich also erfreulicherweise eine deutliche Verkomplizierung gegenüber dem klassischen Cast Laby ergeben. Man sollte sich deshalb nicht mit dem simplen Auftrennen begnügen, sondern sich etwas eingehender mit dem Weg entlang der verdrillten Fläche befassen.
Der aus Leipzig stammende
August Ferdinand Möbius war übrigens ein
bekannter Mathematiker des 19. Jahrhunderts. Er lieferte wichtige
Beiträge zur Zahlentheorie (z.B. die Möbius-Funktion) und zur Topologie, der auch das Möbiusband zuzurechnen ist. Ein nahezu identisches
Puzzle ist bereits seit einigen Jahren als 3D-Druck-Objekt bei
Shapeways
erhältlich, allerdings zu einem Preis von weit über 100 Euro. Eine erste
(Plastik-)Version stammt aus dem Jahr 2005.
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